Das Synology-Launch-Event 2013 in D’dorf

Live und exklusiv für den deutschen Markt präsentierte Synology gestern alle Details zur bald erscheinenden Beta des DiskStation Managers (DSM) in Düsseldorf. Die neue Version wird mit zahlreichen Neuerungen erscheinen, die Datenspeicherung und -verwaltung noch komfortabler und flexibler gestalten sollen.

Synology Launch Event 2013

Aufgrund der Parkplatzsituation begrüßte Managing Director Alex Wang die Horde Interessierter, unter der ich mich ebenfalls befand, etwas verspätet im Düsseldorfer InterContinental auf der . Bevor es ans Eingemachte – sprich: DSM 4.3 Beta – ging, gab es zuerst einen Abriss der DSM-Historie und einen Vergleich über die Evolution, die das Design der Oberfläche von 2007 bis heute durchlief.

Dann wurde das Mikro an Dennis „Styla“ Schellhase weitergereicht, seines Zeichens Synology Product Manager. In einer kurzweiligen Präsentation erfuhren wir von den neuen Features der Mitte Juli verfügbaren Beta-Version.

Die neuen Features

Mit „Synology High Availability“ können Anwender nun Volumengrößen bedarfsgerecht erweitern und mit einem Management-Assistenten verwalten. Ebenfalls an Bord: VLAN-Support, SHA-Link-Aggregation (Lastausgleich für Datenverbindungen und Failover/Heartbeat) und Switchover-Optimierung bei Verbindungsverlust von LAN-Ports oder bei Entnahme von Festplatten.

„Filesystem Check Support“ garantiert eine augenblickliche Dateisystemwiederherstellung. Als Szenario wurde das harte Ausschalten des NAS genannt, bei dem es zu Inkonsistenzen des Dateisystems kommen kann. Wo man früher noch den Synology-Support bemühen musste, genügt nun der integrierte FSCK-Support und die Selbstheilung kann beginnen…

An das Verschieben gewaltiger Datenmengen hat Synology ebenfalls gedacht und spendiert ODX-Unterstützung für Windows Server 2012. So soll eine Speicherplatzersparnis von bis zu 99,9 Prozent beim Kopieren von Daten ermöglicht werden.

Zu den bereits verfügbaren Domain-Umgebungen wie Apple Open Directory und Open LDAP gesellen sich zukünftig noch Active Directory mit Trust-Domain-Support und IBM Domino LDAP. Auch LDAP für Google Apps wurde integriert – einhergehend mit einer dedizierten Login-Seite für Google Mail, Drive, Hangouts und andere.

Fortan kann man individuelle Zeitpläne für Dateidienste, Nutzer und Gruppen festlegen, um die verfügbare Bandbreite besser zu nutzen. Von Montags bis Freitags während Geschäftszeiten stellt man zum Beispiel FTP-Dienste uneingeschränkt zur Verfügung, während diese am Wochenende eingeschränkt werden, um die Backup-Jobs abarbeiten zu lassen.

Die Cloud Station wurde rundum erneuert und erlaubt die Synchronisation von Unterordnern und bietet Sync-Filter für Dateitypen, Größe oder spezifische Dateien an. Die Versionierung erfolgt nun auf Block-Level und man erzielte einen Performance-Zuwachs von 30 Prozent. Synology hat das Flehen der Linux-Gemeinde erhöht und bietet den Client auch für Fedora und Ubuntu zum Download an.

Der Mail-Server hat ebenfalls gewaltig zugelegt. Neben individuell einstellbaren Ports für SMTP(S) gibt’s einen Mail-Queue-Explorer, welcher alle Mails in der Warteschlange anzeigt, ClamAV-Integration und Black- und White-Listen.

Weitere Neuerungen

Für mich als Apple-Nutzer wichtig: HFS+-Support! Via USB können externe Platten angehängt und gelesen bzw. beschrieben werden. Download-Links der FileStation erzeugt man nicht mehr nur für einzelne Dateien, sondern auch für ganze Ordner. Das bekannte „Drag & Drop“ vom Desktop in die FileStation funktioniert auch umgekehrt: Von der FileStation auf den Desktop (wird bis dato nur von Google Chrome unterstützt).

Um den Administrator zu entlasten, können sich vergessliche Nutzer nun selbst um die Wiederherstellung ihres Passwortes kümmern.

Auch der Papierkorb erhält ein neues Feature: Mit definierbaren Zeitplänen und Löschregeln legt man fest, wann und welche Dateitypen endgültig gelöscht werden dürfen.

VPN-Verbindungen lassen sich bald via L2TP over IPsec aufbauen.

Neue Pakete und DevSupport

Entwicklern gibt Synology Git, Subversion, Python 3 und PHP Pear an die Hand und Unternehmen erhalten Pakete mit 1-Klick-Installation für OpenERP 7, DokuWiki und Podcast Generator. Desweiteren wird es vorkompilierte GPL-Libraries geben, um den Zeitaufwand bei der Paketerstellung zu minimieren und als „Bonus“ erhalten Entwickler eine FileStation API, um hierfür Apps programmieren zu können.

Was gab’s sonst noch?

Nach einer zehnminütigen Kaffeepause trat Boris Weber der Axis Communications GmbH ans Pult, um einen Einblick in die Produktpalette zu geben. Interessant fand ich „Edge Storage“, welches gestattet eine SD-Karte in die Kamera einzulegen, um eine lückenlose Aufzeichnung bei einem Systemausfall oder einer Bandbreitenbeschränkung zu gewähren. Die sehr kurze Präsentation wurde mit einer Vorstellung des Axis Camera Companion beendet.

Niklas Poll (Synology Product Manager) zeigte uns zum Abschluss noch das Surveillance Central Management System (CMS), mit dem bis zu 1000 IP-Kameras verwaltet werden können. Diese Lösung richtet sich (man kann’s sich denken) ganz klar an KMU- und Enterprise-Umgebungen, weshalb ich an dieser Stelle auch nicht näher darauf eingehen möchte – es ging ja auch vorrangig um die DSM-Beta…

Das große Finale

Nach gut zwei Stunden wurde der offizielle Teil der sehr aufschlussreichen Präsentation mit einer Fragerunde und der Verlosung von drei aktuellen IP-Kameras und drei Synology-NAS (leider war ich nicht unter den glücklichen Gewinnern) beendet.

Wer wollte, konnte bei einem gemütlichen Get-Together mit anderen Teilnehmern bei kostenlosem Fingerfood und Getränken noch eine Weile schnacken und den Tag im InterConti ausklingen lassen.

Alles in allem eine informative Präsentation, bei der allerdings der zweite Teil (der mit den IP-Kameras und Überwachung) zu viel Raum einnahm. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht die einzige Veranstaltung dieser Art bleibt und spätestens beim DSM 5 wieder ein solches Event stattfindet.

Ach ja, hardwaremäßig kann DSM 4.3 auf allen Synology-NAS installiert werden, auf denen bereits Version 4.2 läuft.