Neues von der Synology Conference 2015

Bereits zum vierten Mal lud Synology zu einem Launch Event – nun „Conference“ genannt – gestern Nachmittag in Deutschland. Um dem stetig steigenden Interesse an dieser Veranstaltung Rechnung zu tragen, wurde die Besucherschar in den großen Saal 1 des CCD in Düsseldorf gebeten, um nicht nur einen Ausblick auf den kleinen Versionssprung zur DSM 5.1 Beta zu geben…

Synology Conference 2015

Der neue DSM 5.1

Pünktlich um 14 Uhr eröffnete – nach einer Einleitung durch Sabine Brückner – Managing Director Vic Hsu die „Synology Conference 2015“ mit einer an Alex Wang angelehnten, sprich: kopierten, Lobrede.

Im Anschluss gab Produktmanager (D-A-CH) Niklas Poll Einblick in die Neuerungen des DSM 5.1, dessen Beta-Version in diesem Monat erscheinen wird. Logischerweise wird der DSM noch benutzerfreundlicher. Unterstrichen wurde das durch ein neues Tutorial, welches dem Erstinstallateur beim Setup der DS unterstützt. Da die von Vielen geäußerte Kritik am DSM-Design der 5er nicht unerhört blieb, hat man fortan die Wahl zwischen Touch- und Klassikdesign zu wählen.

Der in modernen Browsern schon seit längerem integrierte Push von Nachrichten wird ebenfalls von der 5.1 auf Mac und PC unterstützt.

Synology Conference 2015

Note Station und DS note

Eine neue App wird mit DSM 5.1 ebenfalls eingeführt: Ein an Evernote angelehnter Notizblock, der das Speichern von AES256-verschlüsselten Notizen (samt Anhängen) in der eigenen Cloud erlaubt – eine Tagging-Funktion für simples GTD und eine Versionierung gibt’s obendrauf.

Für iOS und Android wird begleitend die App DS note erscheinen.

CardDAV

Neben Web- und CalDAV-Unterstützung gesellt sich CardDAV hinzu, um dem geneigten DSM-Benutzer die Möglichkeit zu geben sich von externen Lösungen wie Apples iCloud oder Google loszusagen.

Neue Video/Audio Station

Die Video Station erhielt eine komplette Überarbeitung in Sachen Performance und Design. Mittels neu eingeführter „Streaming-Links“ können Videos mit der Welt geteilt werden (ein entsprechender DSM-Account ist nicht mehr vonnöten). Neu integriert wurde die Option Untertitel von opensubtitles.org für das jeweilige Video einzulesen.

Nicht nur die Video, sondern auch die Audio Station bekam ein Facelift und einige neue Funktionen spendiert. Zu erwähnen wäre das Playlist-Sharing, mittels dessen man thematisch sortierte Listen definiert und diese mit anderen teilen kann.

Built-in Video-Player

Um dem umständlichen Hantieren von nicht-nativen Video-Inhalten auf iOS den Garaus zu machen, spendierten die Synology-Programmierer der App DS file einen eingebauten Video-Player. Werden in DS video auf iPhone oder iPad abgelegte Filme gestartet, so werden diese an DS file übergeben und dort abgespielt.

Neue Funktionen in DS photo+

Sowohl in die iOS- als auch in die Android-Version der App DS photo+ integrierte man eine an die Fotoverwaltung von Google+ angelehnte Infoleiste, die einiges mehr über die angezeigten Fotos verrät. Auch eine Verwaltung von Tags und Ortsangaben ist hinzugekommen.

Teilen, teilen, teilen

Durch Polls Präsentation zog sich das Mantra, das auch den Besuchern in der letzten Reihe unmissverständlich klar machte, dass man mit dem DSM 5.1 noch mehr Wert auf das (soziale) Teilen von Inhalten legt als es eh schon mit der neuen Hauptversion der Fall war und das vielen Anwendern bereits in der Vergangenheit sauer aufstieß.

Was vom Tage übrig blieb…

In einer vom Head of Product Management, Dennis Schellhase, gehaltenen Präsentation wurde noch auf die Vorzüge der Business-Features der 5.1-Version eingegangen. Neben dem bekannten Credo „Mehr Effizienz, mehr Sicherheit, mehr Performance und mehr Funktionalität“ möchte ich kurz auf die aus meiner Sicht interessantesten Features eingehen…

In der File Station hat man mit der 5.1 die Möglichkeit Ordner via FTP oder DAV einzubinden. Für eine bessere Performance können Dienste an Netzwerkschnittstellen gebunden werden und die Definition von Routing-Tabellen erlaubt ein besseres Management von über den Globus verteilt werkelnden Disk Stations hinweg.

Ein neu eingeführter „Sicherheitsberater“ prüft die vorgenommenen Einstellungen auf verstärkte Sicherheit. Man kann in dieser App verschiedene Stufen festlegen, so dass der Berater vom Einsatz im privaten Bereich bis zum Unternehmensumfeld entsprechende Parameter berücksichtigt und Tipps ausgibt, wie man die Sicherheitsschraube noch etwas mehr anziehen kann.

Unterstützung von Windows-ACL

Der Cloud Station spendierte man Windows-ACL-Support und einen selektiven Sync (ebenfalls für den Cloud Station Client wie auch für Cloud Sync). Verschlüsselte Shares und Speicherziele (z. B. TrueCrypt) finden in der 5.1 ebenfalls Berücksichtigung.

Mit Einführung der Cloud Station wunderten sich viele über den dramatischen Verlust von Speicherplatz, selbst wenn nur wenige Dateien synchronisiert wurden. Dies lag an der im Hintergrund arbeitenden Dateiversionierung. Diese lässt sich nun (endlich!) deaktivieren.

Neben Dropbox und Google+ wurden nun auch OneDrive, Box und hubiC integriert.

Neu ist der Proxy Server, der nicht nur das Einrichten von White- und Blacklists gestattet, sondern (natürlich) auch das Cachen von bereits aufgerufenen Websites.

Neue CPU-Architektur für alle Plusmodelle

Eine wichtige Ankündigung erfolgte mit der Vorstellung der neuen DS415+ mit Quad-Core-CPU: So werden alle Plusmodelle in der Zukunft nur noch mit dieser CPU-Architektur ausgestattet werden – ohne Ausnahme!

Fazit

Da „nur“ ein kleiner Versionssprung bevorsteht, war die Fülle der vorgestellten Features erwartungsgemäß klein, aber nicht zwingend uninteressant. Mit der Ankündigung, alle Plusmodelle mit Quad-Core-CPU auszustatten, dürften einige Anwender nicht wirklich glücklich werden und sich eventuell in anderen Lagern umschauen. Auch das überstrapazierte Thema des „sozialen Teilens“ stößt nicht überall auf uneingeschränkte Gegenliebe.

Dank „Streaming-Links“ eröffnet sich eine ganz neue Möglichkeit abseits üblicher Streaming-Services das eigene (illegale) Multimediaportal zu betreiben und Videos und Musik mit der Welt zu teilen, nur begrenzt durch die häusliche Bandbreite und Leistungsfähigkeit der werkelnden DS. Auch wenn mehrfach in der Präsentation darauf hingewiesen wurde, dass dies doch bitte schön nur mit Dateien ohne Kopierschutz zu erfolgen habe, möchte ich bezweifeln, dass sich an diese Aufforderung gehalten wird.