Holprige Karrierestarts: Wie Schauspieler trotz Gurken-Debüt noch ordentlich ablieferten

Gerade lese ich vom anstehenden Reboot des Leprechaun. Dabei fiel mir ein, dass Jennifer Aniston im Original von 1993 ihre erste Hauptrolle ergatterte und vor dem irischen Unhold davonrannte. Geschadet hat’s ihrer Karriere nicht (wer erinnert sich nicht an die unsäglichen „Friends“?)…

Leprechaun
Warwick Davis als Original-Leprechaun

Nicht jedem Schauspieler ist das Glück hold und lässt eine Hauptrolle in einem Sommer-Blockbuster rüberwachsen. Die meisten von ihnen müssen kleine Brötchen backen und nehmen, was ihnen angeboten wird. Viele bleiben ein (Karriere-)Leben lang bei den kleinen Teigwaren, einige wenige dürfen irgendwann die großen Kuchen anschneiden und erklimmen den Olymp der Traumfabrik. Und gerade bei diesen Namen fragt man sich, ob sie vor dem Unterzeichnen des Vertrages auch nur eine Seite des Drehbuchs gelesen haben?

Fangen wir gleich mal mit einem der berühmtesten Namen der Filmgeschichte an. Bevor er mit Rocky und Rambo weltberühmt wurde, gab Sylvester Stallone den Deckhengst in seinem Softcore-Debüt The Party At Kitty And Stud’s (1970).

Nicht ganz ein Debüt, da bereits der zweite Leinwandauftritt, aber wir wollen mal nicht so sein… Der legendäre Charles Band liess Demi Moore in einem SciFi-Horror dilettieren. Dass der Ex von Bruce Willis nach Der Killerparasit (1982) noch eine respektable Karriere beschieden war, liegt wohl daran, dass sich niemand mehr an dieses Machwerk erinnert – oder erinnern möchte.

Viele kennen ihn als dünnen Jungen, der neben der dicken Trulla auf der Holzplanke im arschkalten Wasser bibbern und schließlich untergehen durfte, aber hat ihn auch jemand in Critters 3 – Die Kuschelkiller kommen (1991) bemerkt? Erraten? Die Rede ist natürlich von Leonardo DiCaprio.

Wo wir schon bei Titanic sind: Nicht nur Schauspieler, auch Regisseure müssen klein anfangen und mit Drehbüchern zurechtkommen, die das Papier nicht wert sind, auf welchem sie in einer Bierlaune geschrieben wurden. Stellvertretend sei hier James Cameron mit einem der schlimmsten Film-Verbrechen der Nachkriegsgeschichte genannt: Fliegende Killer – Piranha II (1981). Gott sei Dank blieb es bei diesem Fauxpas (oder sollte man Avatar dazuzählen?) und Cameron bescherte uns den Terminator, den grandiosen Aliens und True Lies, in welchem sich Jamie Lee Curtis von der biederen Hausfrau zur Femme fatale wandelte.

Unser aller Scream-Queen Jamie erlebte an Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) – ein Meilenstein des modernen Horrorkinos. Dicker Pluspunkt für Jamie und die Überleitung zu Josh Hartnett, der in Halloween H20 – 20 Jahre später (1998) an der Seite von Film-Mutti Jamie debütierte und den Film ebenfalls nicht retten konnte. Sorry Frau Curtis, so nicht! Den Pluspunkt bekommst du doppelt wieder abgezogen, denn mit Halloween: Resurrection (2002) musstest du ja noch einen draufsetzen.

Nachdem Katherine Heigl Steven Seagals Filmtochter in Alarmstufe – Rot 2 (1995) spielte, lieferte sie drei Jahre später mit Bug Buster (1998) Schund vom Feinsten ab. Ich kann sie nicht leiden.

Patricia Arquette gab ihr Kinodebüt im gar nicht mal so schlechten Nightmare 3 – Freddy lebt (1987).

George Clooneys Hattrick: Grizzly II: The Concert, Return To Horror High (beide 1987) und Die Rückkehr der Killertomaten (1988).

Nachts, wenn die Leichen schreien (1975), kann man bei genauem Hinhören John Travoltas Wehklagen vernehmen und die Panische Angst (1980) von Tom Hanks spüren.

Für sie war’s der fünfte und für ihn der vierte Film. Eigentlich unfair Renée Zellweger und Matthew McConaughey aufzuführen, aber beide wirkten in einer der erbärmlichsten Grützen der jüngeren Filmgeschichte mit: Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr (1994). Warum nur existiert dieser Film? WARUM?!

Festzuhalten bleibt: Trotz bisweilen kruden Filmen haben zumindest die hiergenannten Schauspieler eine passable Karriere hingelegt und sind (bis auf wenige Ausnahmen) noch immer angesagt.

Notiz am Rande

Beim Recherchieren ist mir aufgefallen, dass so manch bekannte(r) SchauspielerIn in mehr oder weniger grandiosen Horror-Filmen mitgewirkt hat. Beispiele gefällig?

Kevin Bacon ließ sich von Jasons Mum in Freitag der 13. (1980) meucheln.

Johnny Depp tauchte an Freddy Kruegers Seite gleich zweimal auf: Nightmare – Mörderische Träume (1984) und Freddys Finale – Nightmare On Elmstreet 6 (1991).

Viggo „Aragorn“ Mortensen spielte eines der verrückten Familienmitglieder in Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III (1990).

Sind das Zufälle, dass viele bekannte Filmgesichter in Horrorfilmen mitwirkten?